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Das individuelle Bewusstsein |
Im Prinzip entspricht die Liebe dem Zustand, bevor wir uns von unserer Umwelt als verschieden bewusst wurden, und das wiederum entspricht dem Rückfall in die numinose Phase vor der Bewusstwerdung durch den menschlichen Verstand: also gewissermaßen bevor wir mit dem zweischneidigen Denken, das uns unsere Erkenntnisbilder polarisieren lässt, ausgestattet wurden.
Das individuelle Bewusstsein, das feststellt "ich bin", stellt im gleichen Gedankengang auch fest, dass das "Nicht-Ich" etwas Fremdes ist, vor dem es sich in acht nehmen muss. Gleichzeitig ist das der Preis, der uns aus der Paradieseinheit katapultiert, die wir unbewusst wieder erreichen wollen, obwohl wir ihr auf der bewussten Ebene alles entgegenstellen. Und hier offenbart sich der schizoide Mechanismus unseres instinktiven Verhaltens. Im Bauch wollen wir miteinander verschmelzen, im Kopf wollen wir jedoch voneinander getrennt bleiben, und das ist es, was auch den Unterscheidungsmechanismus in unserem Wahrnehmungsverhalten beeinflusst.
Denn der Kopf, der sich mit dem anderen nicht verschmelzen, sondern ihn sich nach seinen eigenen Gesichtspunkten einverleiben möchte, wird in der Partnerschaftsanalyse nicht den anderen, sondern nur die "Beschreibung des anderen" anstreben, und zwar nach seinem eigenen Bild. |
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Deshalb ist das Problem, das wir haben, dass wir niemals den anderen anstreben, sondern nur das eigene Spiegelbild, von dem wir uns anziehen lassen, und zwar nach den Kriterien der Werte, die wir dem Partner oder der Partnerin vorher aufoktroyiert haben. Es sind deshalb immer unsere eigenen Bilder, mit denen wir kommunizieren, weil wir den anderen gar nicht so, wie er ist, wahrnehmen, sondern nur so, wie wir ihn sehen. Wir sehen ihn durch die Verschmelzungssehnsucht der in uns selbst unerfüllten Bilder, von denen wir uns durch einen geeigneten Träger, auf den wir zuvor unsere eigenen Wünsche übertragen haben, anziehen lassen. Wir lassen also unsere Übertragungen in der Partnerschaft "sich durch sich selbst lieben", indem wir ihnen unsere eigene Identität "hinterherspiegeln", damit wir nicht das Gefühl bekommen, dass was "nicht uns entspricht", etwas mit unseren inneren Sehnsüchten zu tun haben sollte. Somit sind wir für einen kurzen Augenblick wieder innerhalb des Paradieses, obwohl wir uns in Wirklichkeit natürlich außerhalb befinden. |
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