Erst wenn wir den anderen von unserem inneren Bild abziehen, können wir ihn wirklich sehen, da er sonst mit unserer inneren Vorstellung verschmilzt. Wir sehen eine Sache nicht so, wie sie ist, sondern nur so, wie wir sie sehen wollen. Wenn Disharmonien zum Partner in unserer Psyche angelegt sind, dann kann sich der andere verhalten, wie er will - immer wird er von unserem unbewussten Verhalten in eine Lage gezwungen, in der sich die Spannungen auch auslösen.
Das, was mir im anderen begegnet, sind meine inneren Bilder, die mich zwingen, mich denjenigen Umständen in der Umwelt auszuliefern, die mich dorthin dirigieren, wo mich mein gelebtes, akzeptiertes Schicksal freudig belohnt oder mich meine Verdrängungen zwangsweise von außen wieder einholen.
Immer sind es die Gefühle uns selbst gegenüber, die uns einladen, den anderen aus jener Perspektive zu beurteilen, die den Gefühlen entspricht, mit denen wir uns identifizieren. Es sind die uns anziehenden Gefühle, an die wir uns je nach Anlagen zu binden haben und die dann über diese Bindungen die Funktionen oder Wirkungen in unserem Leben festlegen, die wir aufgrund unserer Veranlagungen über den Partner in unser persönliches Schicksal übernehmen. |
 |
|
Dieses Geflecht, das dem Verhalten der menschlichen Psyche entspricht, sich immer auf irgend etwas zu beziehen, ist die Welt, die sich aus dem Bewusstsein dieser Bilder nährt. Es ist also wichtig zu wissen, dass die Probleme in einer Partnerschaft auch Probleme einer Folge von Wirkungsprinzipien sind, die auf Ursachen folgen, deren Grundlagen in uns selbst zu suchen sind. Dieses Beziehungsgeflecht zieht sich durch die Geschichte der Menschheit und wird gleichsam zu der Straße, auf der sich Generationen vererbter Vorstellungen bewegen. Und so, wie die Menschheit keinen Frieden finden wird, solange sie ihr Verhalten nicht ändert, weil der Krieg exakt den Auswirkungen menschlicher Verhaltensmuster entspricht, so werden sich die Partnerschaftsprobleme nicht ändern, wenn man dem anderen die Schuld gibt. Der andere ist nicht nur Ursache, sondern auch Wirkung in unserem eigenen Verhalten, das gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft weist. |